DIE IDEE / DAS ZIEL
Die Idee

Die Idee, den Waldpark Marienhöhe wieder in den Focus zu rücken, wurde im Jahr 2006 während der Recherche zum Buch von Thomas Deuster "Der Bismarckturm und Waldpark Marienhöhe" geboren. Peter Fischer, Diplom Forstingenieur und Waldpädagoge, und Thomas Deuster, Diplom Bauingenieur und Buchautor, wollten anhand vieler alter Pläne den ehemaligen Standort des "Alten Marientempel" ausfindig machen. Was vor über 20 Jahren der ehemalige Forstamtsleiter Prof. Dr. Arnulf Rosenstock bei einer Ortsbegehung als "ehemalige parkähnliche Anlage" betitelte sollte nun wieder in den Focus rücken.

Die Idee entwickelte sich schließlich zu einer stückweisen Reaktivierung des Waldparks. Nachdem der ehemalige Standort gefunden war, und das Forstamt Darmstadt Interesse zeigte den Waldpark aus seinem "Dornröschenschlaf" zu holen , wurde der Reaktiverungsgedanke immer konkreter. Thomas Deuster sprach bei verschiedenen Darmstädter Unternehmen vor, entwickelte ein Konzept und schuf dadurch eine Basis an Sponsorengeldern für die Reaktivierung. Peter Fischer koordinierte die Zusammenarbeit mit seinem Arbeitgeber, dem Hessen Forst. Weiterhin konnte mit Frau Irene Jost-Göckel, der 1. Vorsitzenden der Bessunger Interessengemeinschaft (BIG), eine weitere große Befürworterin für die Reaktivierung des Waldparks gewonnen werden. Mit der Hilfe und Unterstützung  ihrer Vereinsfreunde wurde das Vorhaben großartig unterstützt. Es zeigten sich gute Fortschritte in Bezug auf die Reaktivierung und so konnten die Ideengeber nach mehreren Berichten in der Presse (Darmstädter Echo, Frankfurter Rundschau etc.) im November 2006 den ersten großen Erfolg verbuchen. Durch die Aufstellung von Steinstelen samt einer Sitzmöglichkeit und eine dazugehörige Informationstafel am ehemaligen Standort des "Alten Marientempels" im Zentrum des Waldparks konnte dem Waldbesucher ein Stück Geschichte nun auch visuell vermittelt werden. Die aufgestellten Steinstelen fungieren dabei bis heute als Erinnerungsstätte für den am Anfang des 20. Jahrhundert eingestürzten und danach abgetragenen historischen "Alten Marientempel". Weiterhin konnten durch die Sponsorengelder die vorhandenen Wege ausgebessert werden und neue Wege nach alten Plänen reaktiviert werden. Zusätzlich wurden im November 2006 Sichtachsen am weiter westlich gelegenen Standort des Schembs-Tempels wieder freigeschlagen und der Schembs-Tempel selbst notdürftig instand gesetzt. Die ehemaligen Standorte des "Forellenteichs" und der des Feuerherds (Feuerstelle) wurden ausfindig gemacht und in Karten verzeichnet. Bei einem "Waldparkfest" im November 2006, bei dem u.a die Stelen am historischen Standort des "Alten Marientempel" eingeweiht wurden, konnten sich die Besucher einen ersten Eindruck von den Erfolgen der Ideengeber Deuster und Fischer und den Entwicklungen im Waldpark verschaffen.

Im Winter 2007 / Frühjahr 2008 wurde durch Thomas Deuster der Kontakt zwischen einer Gönnerin und dem Forstamt Darmstadt hergestellt. Der Privatier war durch Deusters Buch "Der Bismarcktum und Waldpark Marienhöhe", aber auch durch Presseberichte und durch die Fortschritte im Waldpark auf das Projekt aufmerksam geworden. Er bot daraufhin private finanzielle Unterstützung an. Durch erste Gepräche, zunächst mit Thomas Deuster und dann auch mit dem damaligen Forstamtsleiter Prof. Dr. Arnulf Rosenstock, wurde diese finanzielle Unterstützung letzendlich möglich.

Das Forstamt Darmstadt, unter dem neuen Forstamsleiter Hartmut Müller, entschied sich schließlich im Herbst 2008, nachdem zuvor mehrere verschiedene Umgestaltungsmöglichkeiten bezüglich des Schembs-Tempels diskutiert wurden, den stark sanierungsbedürtigen Schembs-Tempel abzutragen und an dessen Stelle ein nach historischen Bildern originalgetreuen Nachbau des "Alten Marientempel" errichten zu lassen. Hierfür wurde der Standort des Schembs-Tempel deshalb ausgewählt, um auch den Besucher wieder Aussichtsmöglichkeiten nach Norden, Westen und Süden zu ermöglichen. Diese waren am historischen Standort des "Alten Marientempel" durch Bäume und Sträucher nicht mehr möglich. Weiterhin sollten die im November 2006 errichteten Stelen dauerhaft als Erinnnerungstätte an den ehemaligen Standort des historischen "Alten Marientempel" bestehen bleiben. Da der westlich gelegene Schembs-Tempel nicht denkmalgeschützt und das Interesse an dessen Erhalt ebenfalls nicht groß gewesen war, entschied sich das Forstamt zu den schon oben erwähnten Schritt, nämlich des Rückbaus des 1936 erbauten Schembs-Tempels.
Im Dezember 2008 wurde der über siebzig Jahre alte Schembs-Tempel schließlich abgetragen. Gleich darauf wurde mit dem Aufbau des "Neuen Marientempel" begonnen. Eine große offizielle Einweihungsfeier folgte im Mai 2009. Nach einer kurzen Ansprache des Forstamtsleiters Müller erläuterte Thomas Deuster die Geschichte des Waldparks und den Werdegang der Idee der Reaktivierung. Er dankte den Sponsoren der "ersten Stunde" und natürlich der großzügigen Spenderin. Bei Freigetränken und gebratener Wildschweinwurst wurde der Tempel willkommen geheißen.

Den "Neuen Marientempel" kann der Besucher nun fertig an seinem neuen Standort erblicken und besuchen.

Das Ziel

Ziel soll es sein, den Waldpark so weit wie möglich -anlehenend an die Historie- zu reaktivieren. Gegebenenfalls sollen daher weitere Sichtbezüge geschaffen werden. Der als trockene Senke weiterhin existierende "Forellenteich", sowie der Feuerherd (dann aber als weitere Sitzmöglichkeit) des Waldparks sollen eventuell in dieses Vorhaben miteinbezogen werden. Auf alle Fälle sollen jedoch die Wege des Waldparks ausgebessert und durch Bessunger Kies begehbarer werden. Durch die Rekonstruktion des Marientempels ist nun schon vom weiten der Waldpark wieder zu erkennen. Der neu errichtete Marientempel fungiert dabei als gut sichtbares "Eingangsportal des Waldparks". Er stellt dabei auch einen Bezug zu einem weiteren, weniger als zehn Minuten entfernten historischen Ausflugsziel, der Ludwigshöhe, dar. Was schon zu früheren Zeiten miteinander verbunden war,  wächst nun wieder eng zusammen, ergänzt und "fördert" sich gegenseitig. Ludwigshöhe und Waldpark - Waldpark und Ludwigshöhe - beides gehört nun wie zu früheren Zeiten wieder zusammen. Die Ausflügler werden daher, wie zu den Glanzzeiten dieser beiden Ausflugsziele, diese wieder besuchen und ihre Geschichte "hautnaher" erleben. Zukünftige mögliche weitere Maßnahmen werden durch das Forstamt Darmstadt koordiniert werden. Ein Anfang ist gemacht ! Einen Dank an den Privatier, allen Gönnern, Sponsoren, Firmen und Unterstützern, die dies möglich gemacht haben.
Wo zunächst nur Idee und Wille war, gestaltet sich nun ein konkreter Weg!!